Warenkorb | Bestellung | AGB | Impressum | Versandkosten    
Martin PlacknerSpiel+ZeugDas Lernen begleitenSo finden Sie uns  
 
A-4880 St.Georgen i.A.
Alkersdorf 21
Tel: +43-(0)7667-8662
Fax: +43-(0)7667-86629

post@spielzeugmacher.at
 
 

Du hast noch keine Artikel in deinem Warenkorb.

 
 



Erweiterte Suche »
 
Markenartikel
 
Regal für Farbiges Perlenmaterial 110 x 130
Regal für Farbiges Perlenmaterial 110 x 130
€ 320,00
incl. 20 % UST exkl.Versandkosten
 
   
 
Emmi Pikler
1902 Wien - 1984 Budapest

 
"Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen, als eines, dem die Lösung fertig geboten wird."
(Emmi Pikler, Friedliche Babys, zufriedene Mütter)

Nach ihrem Medizinstudium im Wien der zwanziger Jahre eröffnete Emmi Pikler eine private Praxis als Kinderärztin in Budapest, die sie in unkonventioneller Weise führte. Die zwei Zimmer, die sie mit ihrer Tochter im Haus der Schwiegereltern bewohnte, dienten jeden Nachmittag für eine Stunde als Praxis. "In die 'Praxis' kamen kleine Kinder nur z.B. zum Impfen oder ähnlichem, es kamen ältere Kinder, die Emmi Pikler nicht mehr zu Hause besuchte. Ihre wesentliche Praxisausübung erfolgte in Form von Hausbesuchen. [...] Emmi Pikler beschränkte sich in ihrer Arbeit als Kinderärztin nicht darauf, kranke Kinder zu behandeln, und in der Vorsorge nicht darauf, vorgeschriebene Routineuntersuchungen und Impfungen durchzuführen. Ihr Schwerpunkt lag auf Prophylaxe im weitesten Sinne des Wortes.
[...] Bei häufigen und regelmäßigen Hausbesuchen beobachtete Emmi Pikler die Säuglinge und Kleinkinder in ihrer alltäglichen Umgebung und besprach mit den Eltern Fragen, die die Gestaltung des Tagesablaufs, der räumlichen Verhältnisse, Ernährung des Kindes usw. betrafen. Sie machte die Eltern auf die selbständige Aktivität ihrer Kinder aufmerksam, so daß sie dieser Wert beimaßen und die Umgebung dafür gestalteten. Die Pflegesituation wurde bis ins Detail vorbereitet, was ermöglichte, daß sich die Eltern während des pflegenden Zusammenseins ohne Ablenkung dem Kind widmen konnten."
(Anna Czimmek, Emmi Pikler - Eine ungewöhnliche Kinderärztin)

"Viele Mißverständnisse entstehen daraus, daß man starr den Ratschlägen folgen will. Oft sehe ich in der Wirklichkeit das Zerrbild dessen, was theoretisch richtig war. Nicht Dogmen möchte ich die Eltern lehren. Nicht auf Worte, auch nicht auf einzelne Prinzipien kommt es an. Man darf den Instruktionen nicht ohne vollständiges Verständnis, ohne Einfühlung folgen.
Wenn die Erziehung im großen und ganzen von einem entsprechenden Geist durchdrungen ist, können die hie und da begangenen Fehler nicht von entscheidender Bedeutung sein. Wichtig ist, daß wir das Wesentliche uns aneignen. Das Wesentliche ist: Beobachte! Lerne dein Kind kennen! Wenn du wirklich bemerkst, was es nötig hat, wenn du fühlst, was es tatsächlich kränkt, was es braucht, dann wirst du es auch richtig behandeln, wirst du es richtig lenken, erziehen."
(Emmi Pikler, Friedliche Babys - zufriedene Mütter)

"Nach dem Krieg [...] hat [sie] ihre Privatpraxis nicht wieder eröffnet, sondern kümmerte sich innerhalb einer ungarischen Organisation um verlassene und unterernährte Kinder. Neben vielfältigen anderen Tätigkeiten gründete sie 1946 das Säuglingsheim Lóczy, das sie bis 1979 leitete. Es wurde unter ihrer Führung durch seine Ergebnisse bei der Verhütung des Hospitalismus sowie durch die Herausgabe von Fachbüchern und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu einem international bekannten Methodologischen Institut."
(Ute Strub in: Emmi Pikler, Laßt mir Zeit)

"Der Psychologin Margit Hirsch vom Akademischen Psychologischen Institut, Budapest [...] fielen im Rahmen einer Untersuchung von Heimkindern 1964 einige Kinder aus dem Säuglingsheim in der Lóczystraße positiv auf. Ihre Fragestellung bestand darin, in welcher Weise die Persönlichkeit von Kindern durch eine von den Eltern getrennte Erziehung in Einrichtungen beeinflußt wird. Sie untersuchte die Kinder im Alter von acht Jahren. Sie lebten zu diesem Zeitpunkt in Familien. Dabei fand sie zwei Kinder, die keine Symptome des Hospitalismus aufwiesen. Beide hatten früher im Emmi Pikler Institut (Lóczy) gelebt. Margit Hirsch ging daraufhin der Entwicklung von 30 weiteren ehemaligen 'Lóczykindern' nach, woraus die erste Nachuntersuchung dieser Kinder entstand.

Zwischen 1968 und 1970 wurde, finanziert und beauftragt durch die Weltgesundheitsorganistion (WHO), eine weitere Nachuntersuchung an 100 ehemaligen 'Lóczykindern' im Alter von 13 bis 23 Jahren durchgeführt, in der bei keinem der Kinder Unterschiede zu in Familien aufgewachsenen Kindern gefunden wurden. Emmi Pikler hat die Lehrmeinung von der Unausweichlichkeit des Hospitalismus widerlegt, indem sie das in Familien entwickelte Konzept in den institutionellen Bedingungen der Heimerziehung umsetzte und Heimkindern eine Entwicklung frei von Symptomen oder Anzeichen des Hospitalismus ermöglichte."
(Anna Czimmek, Emmi Pikler - Eine ungewöhnliche Kinderärztin)